» NEUJAHRSNACHT «

Es steht mir herein der Orion
Ins Fenster wölbt sich die Neujahrsnacht,
Die still ist und ohne störenden Ton
Und nicht zuschanden gemacht
Von Trunkenheit und Witz aus dem Wein
Und jener Scheinharmonie.
Das kann ich jetzt: mit mir selber sein
Und fern von Angstsympathie.
Ich brauche den Rausch immer weniger.
Ich liebe das klare Nein
So wie das klare Ja zum Tag:
Glück und Leiden: alles soll sein.
Immer her damit! Hier wird angenommen,
Was das Leben was immer uns will.
Leicht hab ich den Nachtgrat des Jahres erklommen
Und die Waage stand gleich und still.


EVA STRITTMATTER
( aus: ‚Mondschnee liegt auf den Wiesen‘ )


» Illi poena datur, qui semper amat nec amatur. «
– Walther, Proverbia sententiaeque 11477 –

dies faustus.


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