freundschaft

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der freundschaft sinne unterpfand
sind rosen die dich ehren
und dornen die als warme hand
das wider in dir mehren

es ist das glück dass man sich kennt
das niemals muss sich strecken
und alles klar beim namen nennt
im blühen wie im wecken

.

( november 2017 )

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leichtigkeit

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an den rändern der ufersäume ruhen
abseits schnelllebiger worte
beflügelte leichtigkeiten
auf halmdurchwärmten sezierwinden.

neckisch, wie das lachen sie beäugt
mit seiner kitzelnden iris
im belichtungspfeiffendem durchdringen.

ein fernes flüstern
das zeitlos sein ohr am stillungsbrunnen hängen hat
hört sich schöpfend ein –
tanzende verwebungslinien malerischer rhythmen
die kreuz und quer durchs blut fließen
und sich luftig erden:
im tiefen freiatmen des sezierenden …

nachsinnen und schuld(an)klänge

es gibt worte, die wiegen sehr viel schwerer auf der seele, auf dem herzen, als andere, wenn er sich ihrer bewusst wird. ist er ›schuldig‹, wenn er etwas nicht hat verhindern können, was nach breiter wie tiefer, aber vor allem realistischer, abschätzung, nie hätte ganz ausgeschlossen werden können? darf er es überhaupt zulassen, dass er anklängen dieser schuldgefühle raum lässt? in einer gesellschaft, in der zeit eine potenzierte währung ist, über die (gefühlt wie oftmals erlebt) nur teile der bevölkerung verfügen, mutet es seltsam an, dass sich ein mensch, der über diese währung in großen mengen verfügt, vorwirft, er hätte sie nicht ausreichend genutzt, um etwas nicht geschehen zu lassen.

er hat sie genutzt, im rahmen seiner möglichkeiten, im rahmen dessen, was ein anderer zuließ; aber er bleibt dennoch ratlos, in phasen auch paralysiert zurück. vielleicht auch, weil, fast wie in einem sog, jenes, was er mit dieser sinnlichsten wie reichmachendsten aller währungen erwarb, ihn schweigend wie dankend durchstrudelt, als alte wie neue berühungen: erinnernd. manche diffus. manche omnipräsent. manche schmerzend. manche lachend. doch alle verbunden: zum wesen, das es ist – und bleiben wird. bleiben muss. das ist das mindeste.

dinge, die bis ›gestern‹ noch wichtig schienen, verlieren an wirkungskraft, weil er mehr denn je begreift, wie lächerlich es ist, sich damit zu befassen. es sind ihm lieb gewordene dinge, aber sie vergegenwärtigen, dass das andere eine andere wirkung hat. wie sinnfrei wirkt es, dingliches zu begehren, das meist nur der ablenkung von der eigenen reflexion dient? wie banal wirken plötzlich die mühen darum, menschen zu finden, die zeit für gemeinsames haben, als verbindende bande, wenn sie doch nur, (gefühlt) nicht selten, sich selbst der entfernteste sind? wozu sich jahre lang danach sehnen, etwas sehen zu wollen, was morgen schon nicht mehr da sein kann?

die zeit ist zu kostbar, um auf die irgendwanns des lebens, die bestimmt wie unbestimmt in den seltensten aller fälle eintreten werden, zu hoffen. das ist der alte wie neue impuls, der sich (wieder) beginnt auszubreiten. er lebt im jetzt. und wenn zeit einen sinn hat, dann ist es der, sie in diesem wesen zu fassen, zu leben. und eben vielleicht nur (noch) in diesem, um den gefühlen aufkommender ›schuld‹ etwas entgegensetzen zu können, was heilsam ist: liebe zur zeit, die nach einem warum-nicht-jetzt? nicht fragt.

dennoch bleiben die schuldklänge wohl noch eine weile in einem, auch wenn das leben weiter ging und geht. gemeinsame wege trennen sich manchmal, ungewollt; das gehört (auch) zum leben. leider. herz auf und fühlen: sein wesen. im erinnern wie im bewahren. und anderes wieder anders priorisieren …